Mama Ocllo

Wer weiss das nicht?! Babys haben eine wunderfein zarte Haut. Sie fühlt sich seidig weich an und wirkt doch so verletzlich. Wenn es um diese zarte Haut geht ist es wichtig, wie sie gepflegt wird. 

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Heute möchte ich deshalb Martina und ihr Label Mama Ocllo vorstellen. Martina stellt in ihrer Manufaktur nicht nur beste Kleidung für zarte Babyhaut her, sie stellt sie auch noch fair her!

Und wer noch ein Schadstofffreies Kuscheltier für ein Baby sucht, wird auch fündig. Martinas Hase hat sich bei uns sehr gut eingelebt und wird heiss und innig von meinem Sohn geherzt <3.

 

Liebe Martina,

Stell dich und dein Unternehmen vor. Wer ist Mama Ocllo?

Mein Name ist Martina Sturainer de Cueto, ich bin 31 Jahre alt und glückliche Mama unseres 22 Monate alten Miguel. Im August 2012 haben mein peruanischer Mann Gustavo und ich Mama Ocllo Babymode im schönen Chiemgau, in Süddeutschland, ins Leben gerufen. Seither produziert ein kleines Familienunternehmen in Peru für uns Wickelbodys, Strampler, Hosen und Kleider aus Bio Pima Baumwolle und Nativer Baumwolle. Besonders großen Wert legen wir dabei auf bio-zertifizierte Materialien und faire Arbeitsbedingungen innerhalb der gesamten Produktionskette.

Mama Ocllo begleitete mich bereits während meinem Studiums und in ihr hatten wir schließlich all das gefunden, was wir mit unserer Babybekleidung zum Ausdruck bringen wollen. Als mythologische Gründerfigur des Inkareichs war Mama Ocllo Königin der Inka, Mutter eines großen Volkes und Meisterin der Webkunst. Unsere Baumwolle ist eine jeder Kostbarkeiten, die bereits die Inka für ihre Kleidungsstücke verwendeten. Und noch heute ist Peru Dreh- und Angelpunkt der lateinamerischen Textilindustrie. Jahrhunderte altes Know How und ideale Anbaubedingungen lassen feinste Garne und Stoffe entstehen.

Vegan ist ein Trend, der sich immer mehr durchsetzt. Kannst du uns erklären, was vegane Seide ist und wie ihr sie produziert?

Pima-Babybody-480x480Wenn wir von veganer Seide sprechen, so meinen wir die peruanische Pima Baumwolle. Pima ist neben der ägyptischen Giza Baumwolle die feinste Baumwolle weltweit. Sie zeichnet sich durch extra lange Fasern, einen natürlich seidigen Glanz und eine besonders weiche Haptik aus. Da sie über sehr ähnliche Eigenschaften wie tierische Seide verfügt, hat Pima Baumwolle den Beinamen „Seide Südamerikas“ erhalten. Als ich in Peru zum ersten Mal ein Kleidungsstück aus Pima Baumwolle in den Händen hielt, stand sofort fest, dass dies der Rohstoff für unsere Babykleidung werden würde. Da ich selbst eine sehr empfindliche Haut habe, achte ich auf hautverträgliche Kleidung. Und so eine weiche anschmiegsame Baumwolle wie Pima kannte ich bis dato nicht.

Da ich ursprünglich aus der Biobranche komme, weiß ich, dass die beste Baumwolle nur halb so gut für die Haut ist, wenn während des Anbaus und der Weiterverarbeitung Chemie verwendet wird. Die Fasern werden brüchig, es kommt zu einem Faserverschluss und die natürliche Atmungsaktivität von Baumwolle wird stark beeinträchtigt. Daher wird unsere Pima Baumwolle auf GOTS-zertifizierten Flächen in Nordperu angebaut. Unter vollständigem Verzicht auf Pestizide und Insektizide wächst die Baumwolle in den fruchtbaren Tälern der Region Piura. Geernet wird von Hand, was die Fasern schont und Arbeitsplätze schafft. Und wer den GOTS Standard kennt, weiß, dass dieser nicht nur auf umweltverträgliche Anbaumethoden sondern auch auf sozialverträgliche Arbeitsbedingungen achtet.

Eure Produkte werden in Peru hergestellt, sind nachhaltig und fair hergestellt. Wie bist du darauf gekommen, diesen Weg als Unternehmerin zu gehen?

Wie so viele Andere, wollte ich schon früh die Welt verbessern. Also entschied ich mich mit 11 Jahren für eine vegetarische Ernährung. Damit hatte ich zumindest einen kleinen Beitrag in diese Richtung geleistet. Nach meinem Studium der Literaturwissenschaften fasste ich in der Biobranche Fuß. Darüber kam ich erstmals in direkten Kontakt mit Biobauern in Lateinamerika. Ich lernte mir ein eigenes Bild von nachhaltiger Landwirtschaft und fairen Arbeitsbedingungen zu machen. Und ich lernte auch, dass es gar nicht so schwer ist, auf diese Weise einen Beitrag zu einem gesünderen Planeten zu leisten; nicht nur als Konsumentin, sondern auch als Unternehmerin.

Die Idee, Bio Babybekleidung aus Bio Pima Baumwolle in Peru produzieren zu lassen, entstand während eines längeren Aufenthalts im Andenstaat. Gustavo und ich hatten gerade geheiratet und standen mitten in der Familienplanung. Hinzu kam die Frage, wo wir künftig leben würden und wie wir Familie und Beruf vereinen könnten. Mit Mama Ocllo hatten wir unseren ganz persönlichen Weg gefunden, um all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Und es ist schöner Weg, wie wir finden.

Du bist nicht nur Unternehmerin sondern auch Familienmanagerin. Was sind für dich die Herausforderungen im Alltag und würdest du diesen Weg noch mal gehen?

Die zweite Frage lässt sich leichter beantworten. Ja, ich würde diesen Weg auf jeden Fall Baby-im-warmen-Strampler-wz-480x480wieder genau so gehen und dies trotz der vielen täglichen Herausforderungen. Aber ich würde diesen Weg auf keinen Fall alleine gehen wollen. Ohne meinen Mann wäre dies alles nicht möglich. Wir haben eine strikte Arbeitsteilung, was unsere junge Firma angeht. Gustavo ist für die Finanzen, die Buchhaltung und die Koordination mit unseren Produzenten zuständig Ich hingegen übernehme den kreativeren Part. So bin ich für unsere Website, unseren Shop und das Marketing zuständig. Unsere Arbeitsteilung funktioniert gut, weil jeder seine Stärken lebt. Auch privat sind wir ein gutes Team, wenn es auch nach wie vor manchmal schwer ist, zu switchen zwischen Kind und Arbeit. Und das ist tatsächlich die größte Herausforderung. Vor Miguels Geburt konnte ich stundenlang konzentriert arbeiten, ganz ohne Unterbrechung. Jetzt muss ich mir meine Arbeitszeit gut einteilen, damit weder Mama Ocllo noch Miguel zu kurz kommt. Es gilt jeden Tag aufs neue Prioritäten zu setzen. Glücklicherweise funktioniert dies bisher ganz gut.

Du kümmerst dich auch selbst um die Arbeit vor Ort und hast erst kürzlich eine Geschäftsreise nach Peru gemacht. Jetzt bin ich ganz neugierig zu erfahren, welche Neuerungen du aus Peru für Mama Ocllo mitgebracht hast?

Wir sind mindestens einmal im Jahr in Peru. Zum einen um unsere Familie zu besuchen, zum anderen um unsere Lieferanten wiederzusehen. Zuletzt waren wir Anfang Mai diesen Jahres vor Ort. Der Zeitpunkt war günstig, weil wir kurz vor der neuen Produktion standen und so nochmals vor Ort Gelegenheit hatten, um letzte Details mit unserer Lieferantin Mariella zu besprechen. Das Highlight unserer Reise war jedoch unser Abstecher nach Nordperu, zu den Baumwollfeldern. Wir stehen seit einiger Zeit in engem Kontakt mit der Baumwollforschung in Peru. Und über ein befreundetes deutsch-peruanisches Forscherteam hatten wir exklusiven Zugang zu Baumwolle, die der Textilindustrie noch nicht zugänglich ist. So durften wir lilafarbene Baumwolle in Händen halten und Funde aus prähispanischer Zeit berühren, die zeigen, dass es einst schwarze und blaue Baumwollfelder gab. Gemeinsam mit dem Forscherteam haben wir ein Video gedreht, das das Wissen um diese vergessen geglaubte Baumwolle der Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Wir freuen uns, dieses Video schon bald veröffentlichen zu können. Denn damit wollen wir euch ein stückweg teilhaben lassen an unserer Faszination für Peru´s einzigartige Naturfasern.

Ich danke dir für deine wertvolle Zeit und von Herzen alles Gute für euch und Mama Ocllo!

Alle Bildrechte liegen bei Mama Ocllo.

 

 

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