Krieg und Frieden

Wir leben im Krieg

Es vergeht kein Tag ohne Meldungen aus den Medien, dass wieder irgendwo auf der Welt ein Krieg ausgebrochen ist. Wir als gute Eltern, versuchen unsere Kinder davon fern zu halten. Der Fernseher läuft nicht den ganzen Tag, das Radio auch nur zu bestimmten Zeiten, wenn die Kinder nicht zuhören. Und zum Glück können die Kleine auch nicht lesen. So bleibt die Zeitung außen vor.

Wir denken uns oft genug, wir sind weit weg. Weit entfernt tobt der Krieg und dort soll er auch bleiben. Frieden ist unser Luxus. Dabei vergessen wir jeden Tag unsere eigenen kleinen Kriege die wir ausfechten. Und oft genug sind sie nicht weniger blutig, als die, die weit weg von uns passieren. Das Blut sieht man nur nicht.

Wenn das Herz blutet, sieht man das nicht

Ich meine die vielen kleinen und grossen Verletzungen. Kriegsverletzungen. Die an uns selbst; an unseren Kindern; an den Großeltern. Es ist uns ja auch oft nicht bewusst, wo wir überall verbrannte Erde hinterlassen.

Ich

Ich habe einen Geduldsfaden. Und manchmal reisst der. Manchmal geht es ganz schnell. Und oft mache ich die Umstände, meine Kinder, die Umgebung dafür verantwortlich. Ich schrei dann mal ganz laut. Ich flippe wegen der kleinsten Kleinigkeit aus. Boom. Es kracht. Und meistens ist es so überflüssig und ungerecht, das mir das Herz weh tut. Immer dann, wenn ich mich, die Situation reflektiere. Da stelle ich meistens fest: Es geht um mich. Nicht darum, was die anderen tun. Nicht um die anderen. Und dann kommt die grosse Prüfung. Mich zu entschuldigen. Meinen Stolz, meine Macht über den anderen hinter mir lassen und mich entschuldigen.

Bei meinen Kindern gabt das noch. Aber bei den Großeltern, die genau das Gegenteil davon tun, worum ich sie zum drölfzigsten Mal gebeten habe? Die mir dauernd erzählen, eine Ohrfeige schadet meinem Kind nicht? Und noch viele andere, schlimme Dinge, die sie mir ja auch angetan haben? da wir es schon ganz schön unangenehm. Und dann schubs ich das mal vom Tisch. Aus den Augen aus dem Sinn.

Familienbande

Wie verstrickt sind wir mit unserer Familie, mit unserer eigenen Geschichte? Das stellen wir in den stressigen Situationen im Alltag fest, wenn wir ähnlich wie unsere Vorbilder reagieren. Wir reagieren oft genau wie unsere Eltern. Und das was wir verändern könnten, belassen wir wie es war. Wir fangen nicht an uns gleichwürdig unseren Kindern (oder den Großeltern) gegenüber zu verhalten. Wir entschuldigen uns nicht und gestehen uns und den anderen nicht ein, einen Fehler gemacht zu haben.

Wir verpassen die Chance. Ein ums andere Mal.

Und wir schaffen Krieg. Mit den Großeltern. Mit dem was uns am liebsten ist; unseren Kindern. Jedes Mal wir es ein wenig schlimmer. Die Toleranz sinkt. Auf allen Seiten. Bis es  kracht. Bis unsere Kinder nicht mehr mit uns sprechen oder uns anschreien und „unkontrollierbar“ werden.

Die Großeltern werden immer zurückhaltender, oder sie fangen wieder an uns wie kleine Kinder zu behandeln. Ohja, genau wie früher! Und das spüren wir und es kotzt uns an! Sie nehmen uns unser recht auf Integrität. Was wir uns erkämpft, erarbeitet haben. Schliesslich sind wir groß. Ja, wir sind doch keine kleinen Kinder mehr!

Das zeigt gut, was in unseren Kindern vor sich geht, wenn wir ihnen jedes Recht auf Integrität nehmen. So wie es uns genommen wurde und gefühlt wieder wird…

Wir sind erwachsen. Wir haben den Anspruch, alles besser zu machen, als unsere Eltern. Verdammich!

Ich will ein gutes Vorbild sein

Ich möchte mehr Verständnis in meine kleine Welt bringen und ein bisschen mehr Frieden in meine Familie. Frieden fängt im Kleinen an. Mit Verständnis – für mich und für die anderen. Dafür, wie unsere Eltern groß geworden sind. Wie wir groß geworden sind und wie unsere Kinder groß werden sollen. Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen als Eltern. Kinder lieben unsere Fehler. Sie lernen daraus. Deshalb sollten wir Eltern, verantwortungsvoll mit uns umgehen. Ich werde es einfach mal ausprobieren :-)

 

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