Ein Tag (nicht) wie jeder andere

Es ist der 15. September 2015. Heute ist kein Tag wie jeder andere, auch wenn er wie ein ganz normaler Tag beginnt. Heute ist Einschulung. Mein „kleiner“ hat Einschulung.

Ich freue mich nun schon lange auf diesen Tag und er auch. Wir freuen uns alle; ein neuer Abschnitt beginnt. Wir haben in ein Jahr zurückstellen lassen, weil er einfach noch nicht reif war für die Schule, so befanden die Lehrer und wir zusammen.

Das Jahr verflog und der Bub reifte heran. Soweit so gut. Jetzt kann ich ihn guten Gewissens weiter in die Welt schicken-dachte ich.

Etwas angespannt kamen wir in die Schule. 9.30 Uhr Treffpunkt und wurden in den Musikraum gebracht und mit Instruktionen versehen. Alles klar. 36 kleine, mittelgroße und große Hüpfer saßen nun da und wir mittendrin.

9.45 Uhr gingen wir, nach dem fast alle noch mal die Pippi-Box besucht haben, Richtung Saal wo sich schon alle Verwanden und die unteren Klassen tummelten um die Kinder zu empfangen und zu begrüssen.

10 Uhr. Es geht los. Das Orchester spielt auf, keine guten Stücke gewählt, ok. Dann Ansprache, Blabla. Der Bub kuschelt sich noch an, seine Freundin Josephine sitzt mit Familie neben uns. Die Kinder werden dem Nachmanen nach auf die Bühne gerufen und strampeln alle drauf los. Der Bub hat sich noch in meinen Schoss gekuschelt. Lukes Mutter meint noch „bei dir wird es noch etwas dauern“ und Luke meint „wieso? L ist nicht so weit im Alphabet!“ aber der Buchstabe S, erklärt seine Mutter. Luke übt sich in Geduld. Josephine geht los und ich sehe, wie die Tränen bei ihrer Mama sich Bahn brechen.

Dann wird der Bub aufgerufen. Er steht auf, packt seinen Ranzen und wandert drauf los zur Bühne. Er dreht sich nicht um, nimmt sein Sräusschen von einem Zweitklässler entgegen, steigt die Stufen auf die Bühne und geht durch den Rosenbogen, der von seinen Erzieherinnen gehalten wird. Handshake mit der Lehrerin und dann wird er auf seinen Platz auf eine Bank voller Erstklässler gesetzt.

Und in diesem Moment wurde mir klar, dass er jetzt wirklich ein „Großer“ und kein „kleiner“ Bub mehr ist.

Luke kommt auch auf die Bühne und bald sitzen sie alle da. Auf ihren Bänken und die Lehrerin beginnt eine Geschichte zu erzählen. Ich höre gar nicht richtig zu. Die Große kommt, sie hat im Orchester mitgespielt und setzt sich zu ihren Freundinnen. Winkt mir im Vorbeigehen.

5 Klasse. Ja, auch sie ist groß und auch für sie hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Zwar bleibt sie auf der gleichen Schule, aber auch hier gibt es Veränderungen. Eine neue Lehrerin, neue Mitschüler_innen, neues Klassenzimmer und was weiss ich noch alles.

So viele Gedanken rasen durch meinen Kopf als die Paten aus der 9. Klasse die Kinder mit Lehrerin und Klassenhelferin von der Bühne begleiten Richtung Klassenzimmer.

Danach verlassen wir auch den Saal und ich gleich das Schulhaus. Ich muss mich sammeln weil ich mich dich etwas verloren fühle so mit den Gedanken an meine großen Kinder. Durchatmen, ein Stück laufen und Julia, eine Erzieherin treffen. Eine rauchen ist jetzt eine gute Idee. Wir verlassen den Schulhof und ich fühle mich so ein bisken wie damals, als ich noch zur Schule ging.

Gefühlt dauert es ewig bis die erste Schulstunde ihr Ende nimmt. Wir sitzen in der Cafeteria und plaudern mit der Familie, den Freunden, dem Schulkoch, anderen Eltern. Blabla.

Dann endlich kommen die Kinder, ich nehme meine beiden fest in den Arm, schnell noch ein paar Fotos für das Familienalbum und dann ab ins Restaurant.

Am nächsten Morgen will der Bub mit seiner Schwester den Schulbus nehmen. Er insistiert. Keine Chance auf einen persönlichen Transport der beiden zur Schule. Wenigstens dieses eine Mal, an diesem ersten Schultag hätte ich es ja doch gerne gemacht. Zum Abholen darf ich dann kommen. Bis dahin bleiben mir ein paar Stunden für mich :-). Auch schön.

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