Von Hebammen und Immobilienmaklern

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Die erste Frage die sich hier stellt, ist vielleicht die, was diese beiden Berufsgruppen gemeinsam haben. Hebammen machen doch was ganz anderes und es hat sich ja schon rumgesprochen, dass das AUS für die Hebammen droht. Für die Makler auch.

Oh. Für Immobilienmakler auch? Ja, nach dem neuen Gesetz wird es ab 2015 für die Makler viel schwieriger. Es gilt das Bestellprinzip und der Makler miss die Wohnung bei der ersten Besichtigung schon vermieten damit er überhaupt was bekommt. Ganz schön hart. Irgendwie.

Aber: Eine Wohnung finden die meisten Menschen irgendwie auch ohne einen Makler, der viel Geld verlangt. Es sind im Durchschnitt 2,38 Monatsmieten. Bei 1500 € Kaltmieten bekommt der Makler 3570 €.

Dafür muss eine Hebamme ganz schön lange in der Gegend rumfahren und Frauen versorgen. In der Vorsorge, in der Nachsorge und telefonisch in Notfällen. Auch gerne am Wochenende, wo Makler mit ihren Familien und Freunden gemütlich den letzten Mietvertragsabschluss geniessen können.

Die Makler wehren sich schon dagegen und drohen mit Streik. Dabei ist das Gesetz noch nicht mal in trocknen Tüchern und es wird sich sicher ein Minister finden, der das ganze noch zum Kippen bringen wird, denn das funktioniert immer. Wie damals, mit der Besteuerung der Hotels zum Beispiel.

Aber was ist mit den Hebammen? Warum passiert nichts? Ja, gefühlt passiert NICHTS. Hebammen und Eltern streiken schon lange. Sie wehren sich lautstark gegen das was uns alle betrifft. Das Ende der freien Geburtshilfe in Deutschlang.

Die Kassen bleiben auch ganz gelassen. Sie schauen weg, wenn es um die Versorgung der Schwangeren geht und unterstützen das Konstrukt. Immer mehr Frauen stehen ohne Hebamme da und ohne Geburtsvorbereitungskurs und und und.

Es ist bekannt, dass immer mehr Hebammen ihren Beruf an den Nagel hängen. Weil sie nicht mehr können, weil sie nicht mehr wollen. Für 7,50€ Stundenlohn. Das macht 476 Stunden bis sie 3570€ verdient haben. So viel wie der Makler bei einem einzigen mittelmässigen Wohnungsabschluss in einem Ballungsgebiet.

Nur arbeitet ein Makler keine 476 Stunden bis er eine Wohnung vermittelt hat. Das sind 12 Wochen bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden/Woche.

Herr Gröhe, unser Gesundheitsminister agiert sehr still im Hintergrund ein bisschen rum. Es wird schon werden mit den Hebammen. Wir sitzen das einfach aus, politisch. Das hat immer schon geholfen. Das Aussitzen. Zumindest, bis es keine Hebammen mehr gibt. Dann hat sich das Problem ja von alleine erledigt.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Fortsetzung folgt.

 

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