Das „beste“ Spielzeug

 

 

 

 

Kinder bekommen massenweise Spielzeug geschenkt, von Anfang an. Von Eltern, Familie, Freunden der Familie. Und am besten soll es heute noch zur Frühförderung der Kleinen beitragen. Deshalb machen sich alle auf den Weg und suchen das beste, bunteste, leider oft das lauteste und nervigste Spielzeug. Im ersten Moment sind vielleicht die Eltern angenervt, kurz darauf auch die Kinder. Die Industrie boomt, keine Frage.

So erlebe ich es auch in meinen Fabel-Kursen. Oft werde ich gefragt: Wie kann ich mein Baby gezielt fördern? Welches Spielzeug kann/soll ich kaufen? Und meistens vor den „grossen“ Festen (Weihnachten, Geburtstag, Taufe) bricht in den Familien der Kaufrausch (und irgendwann auch) die Verzweiflung aus :-). Klar möchte ich meinen Frauen und den Babys die besten Anregungen mit nach Hause geben und aus meiner Erfahrung heraus sind es aber die einfachen Dinge des Alltags die, die Kleinen glücklich machen.

So habe ich neulich spontan ein paar Saugnäpfe „Hooked“ von Habitat eingepackt (Stk. ca. 2 Euro), ohne zu wissen was ich damit eigentlich will. Die Saugnäpfe haben bunte Knöpfe, halten bombenfest, sind richtig stabil und so gut wie nicht abzureisen. Im Kursraum habe ich sie am Spiegel angebracht und keine 5 Minuten nach Beginn hingen die ersten Babys (9-10 Monate) an den Saugnäpfen fest. Die Augen wurden gross (auch bei den Müttern). Das Material wurde ausgiebig getestet und hat auch die „Speichelprobe“ problemlos überstanden. Nach 1,25 Stunden war die Begeisterung ungebrochen. Die Babys zogen sich immer wieder daran hoch, konnte stabil stehen, versuchten die Saugnäpfe abzureisen- ohne Erfolg. Das Begreifen mit dem Mund war eine wahre Herausforderung für Koordination und Standfestigkeit.

Das zeigt mir wieder wie kreativ die Kleinen sind und auch das es kein teures Förderspielzeug braucht. Es sind die einfachen Alltagsgegenstände wie Plastikschüsseln, Kochlöffel, Saugnäpfe was begeistert. Die Babys lernen nicht daran wie teuer, laut oder bunt etwas ist, sondern durch Nachahmen und Ausprobieren. Und ein gutes Gefühl bleibt auch im Geldbeutel und das Vertrauen darauf, dass unsere Kinder keine Frühförderung brauchen.

 

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